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Geschichte des Stichweh Leinepark

Der Stadtteil Hannover-Limmer und die Firma F.A. Stichweh verbindet eine 120-jährige Geschichte. Das Gelände, auf dem auch heute noch die Firmenzentrale steht und jetzt der Stichweh Leinepark entsteht, war vor der Industrialisierung eine Weide. Auf der Anhöhe, die jetzt unter der Adresse Ratswiese 18 zu finden ist, stand eine Mühle, die Ende des 19. Jahrhunderts versetzt wurde. Das benachbarte Gebäude „Mühlenpark“ entwickelte sich dagegen zu einem beliebten Ausflugslokal, wo Gäste den Blick auf die Leine und die Möglichkeit darauf zu paddeln und zu rudern genossen. Nach dem zweiten Weltkrieg stellte der „Mühlenpark“ seinen Betrieb ein und beherbergt heute die Künstlerkolonie „ART IG e.V.“.

Verlegung der Betriebsstätte nach Limmer

Bereits 1891 verlagerte die Firma Stichweh ihren Sitz von Anderten an die Leine in Limmer. Die Nähe zum Fluss war unabdingbar, da die Färberei und Textilreinigung für ihren Betrieb viel Wasser benötigte. Das traf auch auf die benachbarte Bettfedernfabrik Rüdenberg zu. Mit dem Wachstum der chemischen Reinigung stieg auch der Platzbedarf. Nach und nach kaufte Wilhelm Stichweh daher weitere Grundstücke in der Färberstraße hinzu.

Sein Sohn und Nachfolger, Dr. Wilhelm Stichweh, war ein Freund der modernen Architektur und ließ von 1924 bis 1928 die bestehenden Gebäude von Professor Wickop umgestalten. Sie erhielten ein einheitliches Aussehen im Bauhaus-Stil. Die räumliche Gestaltung der Büros in der Färberstraße 10 ist bis heute erhalten geblieben und spiegelt mit ihren klaren Linien und den großen Fenstern den Bauhaus-Anspruch an Funktionalität wider.

Weitere Vergrößerung des Firmengeländes nach dem Zweiten Weltkrieg

Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten einen großen Teil des Werksgeländes, welches wieder aufgebaut werden musste. Zum 100-jährigen Jubiläum 1953 war die Produktion wieder auf dem Vorkriegsstand. Durch den Zukauf von Grundstücken westlich der Färberstraße wuchs die Produktionsfläche von ursprünglich 1000 auf 7500 Quadratmeter an. Inzwischen war durch Versandung die Leineinsel zur Halbinsel geworden und schnitt der Leine den Seitenkanal ab. Die Fösse nahm ihren Platz ein. Allmählich entstand im Zuge der Renaturierung ein 8000 Quadratmeter großer Park zwischen den Werkshallen und dem Fösseufer. 2003 nahm der vergrößerte Teppichreinigungsbetrieb mit der auffälligen Holzfassade seine Arbeit auf dem Gelände auf. Für den ersten Bauabschnitt des Stichweh Leineparks kaufte man dem Land Niedersachsen das Gelände des ehemaligen Universitäts-Parkplatzes ab, wo heute die Polizeiinspektion West steht. Dazwischen wird die „Schwanenburg“ aufgebaut, in der Gastronomie und Veranstaltungen Platz finden werden. Auf einer Gesamtfläche von 22.000 Quadratmetern entsteht in den kommenden Jahren der Stichweh Leinepark als Limmers neues Geschäftsquartier im Grünen.